Meinungen zur Radioonkologie

 

Famulaturbericht von Lukas Käsmann
(Uni Lübeck, 6. Semester)

Wie bin ich auf die Strahlentherapie aufmerksam geworden?
An der Universität Lübeck wird die Strahlentherapie im fünften oder sechsten Semester je nach Zuteilung gelehrt. Hier ist es der Verdienst von Prof. Dunst, der verständlich und engagiert das Fachwissen sowohl in der Vorlesung als auch bei der praktischen Tätigkeit im Kurs vermittelt hat. Diese Impulse waren es, die mich faszinierten und bei mir das Interesse weckten, mich mit der Radioonkologie intensiver zu beschäftigen. Aus diesem Grund habe ich das Wahlfach „Strahlentherapie“ mit integrierter Famulatur gewählt.

Warum konnte ich mein Interesse bereits auf eine spezielle Tumorentität (Mamma-Ca) fokussieren?
Das Mammakarzinom ist die häufigste maligne Tumorerkrankung der Frau; jede achte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Dadurch wird es zu einer klinisch relevanten und häufig in der Diskussion stehenden Thematik. Grundlagen der Diagnostik und Therapie waren mir schon aus der Vorlesung bekannt. Nun bot sich die Chance, in einer „integrierten“ Famulatur sehr zeitnah dieses Wissen noch weiter zu vertiefen und praktisch anzuwenden (z.B. im Patienten-Vorgespräch oder in der Bestrahlungsplanung).  

Am Ende des Semesters ergab sich die Gelegenheit, zusammen mit einem Kommilitonen, ein Referat (frei nach dem Motto: „Learn One, Do One, Teach One“) über den aktuellen Stand der klinischen Forschung beim Mammakarzinom zu präsentieren und zu moderieren.

Wie sieht eine Famulatur in der Strahlentherapie aus?
Die Famulatur habe ich bei Frau Dr. Eilf in Kiel absolviert. Sie ist Fachärztin für Strahlen- therapie und in der ambulanten Versorgung in Kiel tätig. Bei ihr konnte ich von der Aufnahme der Patienten (Anamnese, klinische Untersuchung) bis zur Nachsorge in jedem Bereich dabei sein und unter Aufsicht mitarbeiten. Dabei gibt der Zeitrahmen Möglichkeiten, individuell auf die Patienten einzugehen. Dies schätze ich besonders an der Radioonkologie.

Eine gewisse Affinität zur radiologischen Diagnostik sollte man mitbringen. Die Bestrahlungs- planung erfolgt im CT-Bild. Hier hat mir besonders das Konturieren (Zielvolumen, Risiko- organe…) und die Arbeit mit den Medizinphysikern sehr zugesagt.

Was macht die Faszination "Strahlentherapie" für mich aus?
Als eine der drei Säulen steht die Bestrahlung neben der Chirurgie und der Chemotherapie in der Behandlung von Tumorerkrankungen zur Verfügung. Auch hat der Strahlentherapeut die Möglichkeit, als Therapieverfahren neben der Bestrahlung ebenfalls Chemotherapeutika einzusetzen.  Die Behandlung von Tumorerkrankungen erfolgt im Allgemeinen interdisziplinär in einem Team. Dies sehe ich als Chance, das komplexe Wissen aus verschiedenen Fach- richtungen für einen individuellen Heilungserfolg zu nutzen und eine Therapie-Optimierung zu gewährleisten.

Warum würde ich diese Famulatur bzw. das Fach weiterempfehlen?
In der Radioonkologie nehmen sich das ärztliche und nicht-ärztliche Personal Zeit für die Studenten. So gelingt es, zügig sein Wissen auf eine breite Basis zu stellen und die Famulatur effizient für das eigene Vorankommen in Praxis und Anwendung zu nutzen, ergänzt durch einen intensiven Patientenkontakt.

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Assistenzärztin Daniela Rabeneck


„….darüber hinaus ist die Radioonkologie aber auch ein Fach mit meist schwerkranken Patienten, das manchmal insbesondere bei einer palliativen Therapie belastend sein kann. Auf der anderen Seite nimmt durch neue multimodale Konzepte und den zunehmenden Beitrag der Strahlentherapie bei kurativen Behandlungen die Zahl der Patienten, die dauerhaft geheilt werden können, immer weiter zu.“