Planbar und dennoch kein Tag wie jeder andere ...

Tagesablauf in einer radioonkologischen Klinik

 Es ist morgens acht Uhr an einem ganz normalen Mittwochvormittag in der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie. Wie an jedem Tag finden sich Ärzte/innen, Medizinphysiker/innen medizinischtechnische- und Studienassistenten/innen im Besprechungsraum zur Dienstbesprechung ein. Dabei werden neue Patienten und deren Behandlungskonzepte vorgestellt und Bestrahlungspläne, indivduelle Besonderheiten und auffällige Entwicklungen gemeinsam diskutiert. So wird eine möglichst optimale Behandlung für jeden Patienten sichergestellt.

Während sich anschließend eine Ärztin der Visite auf der radioonkologischen Station widmet, macht sich ein Kollege auf den Weg in die Therapieabteilung, um Patienten am Linearbeschleuniger zu betreuen. Ein anderer Kollege hat heute Dienst im Planungsraum. Hier entwickelt er zusammen mit Medizinphysikern/innen und Radiologieassistenten/innen den Bestrahlungsplan. „Die Arbeit hier ist äußerst abwechslungsreich. Jeder Tumor ist einzigartig und erfordert individuelle Lösungen. Dabei denken und arbeiten wir sehr interdisziplinär – etwa mit Physikern/innen, aber auch zusammen mit Kollegen anderer Fachdisziplinen“.


Dieses Interdisziplinarität nimmt auch eine zentrale Rolle in den Tumorboards ein, Besprechungsrunden, bei denen Fachärzte/innen aus unterschiedlichen Disziplinen sich über ihre Patienten austauschen und gemeinsame Behandlungsstrategien festgelegen. „Die Zusammenarbeit mit Kollegen der unterschiedlichsten Fachrichtungen ist sehr bereichernd und zugleich herausfordernd. Sehr viele Tumorspezialisten bauen regelmäßig auf den Rat von Strahlentherapeuten als Teil multimodaler Konzepte“.

In der Radioonkologie nimmt auch die Forschungsaktivität einen breiten Stellenwert ein. Viele der Assistenz-und Oberärzte/innen sind in klinische und/oder experimentelle Projekte eingebunden. „In der Klinik werden in Zukunft  mehr individuelle und molekular ausgerichtete Therapien zur Anwendung kommen. Es ist daher notwendig, so nah wie möglich am klinischen Alltag diese Konzepte zu entwickeln und zusammen mit der Strahlenbiologie die zu Grunde liegenden Mechanismen zu verstehen“.

Und noch etwas wissen die Radioonkologen an Ihrer Fachdisziplin zu schätzen. „Wir Ärzte haben meist gut planbare Arbeitsabläufe, Überstunden oder anstrengende Nacht- und Wochenenddienste halten sich im Vergleich zu anderen Fachdisziplinen in Grenzen – und doch ist jeder Tag anders!